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Sahara

Es nützt ja nichts: wir möchten noch mehr von Marokko sehen und freuen uns auf unser nächstes Ziel, die Sahara. Also klappen wir die Koffer zu und verlassen das Dades Tal, obwohl man es hier durchaus noch ein paar Tage hätte aushalten können. Möglichst am Abend wollen wir mit einer Sahara-Kamelritt Tour in die Wüste reiten, in weitläufigen Sanddünen übernachten, einen nie zuvor gesehenen Sternenhimmel bewundern und am nächsten Morgen die Sonne über den Dünen aufgehen sehen.
Knapp 300 km Fahrstrecke liegen vor uns. Unterwegs machen wir noch einen Abstecher in der Todra Schlucht, die zwar mit hohen Steilwänden beeindruckt, allerdings von Besuchern total überlaufen ist.

Auf der Fahrt nach Merzourga, dem Ausgangsort für Wüstentouren, begleiten uns endlosen Steppen, interessante Felsen, immer wieder Kamele (genau genommen sind es Dromedare), und kleine Sandtornados, die sich auf dem flachen Land bilden und schon von weitem zu sehen sind.
Irgendwann sind am Horizont die ersten roten Sanddünen zu erkennen, was beeindruckend aussieht.

Um 16 Uhr erreichen wir Merzouga und nun gilt es noch eine passende Tour zu finden. Es gibt verschiedene Camps und wir legen im Vorfeld fast, dass wir gerne etwas „gscheits“, mit eigener Toilette, anständigem Essen und einem gutem Bett hätten.

Leider gestaltet sich der Anbietervergleich schwerer als gedacht: Es gibt lediglich einen Typ, der uns schon recht aufdringlich bequatscht hat, als wir noch im Auto saßen. Ansonsten werden die Camps von Hotels geführt, die alle verstreut sind. Die Zeit läuft uns etwas davon und wir buchen bei dem aufdringlichen Berber die „Luxury“ Variante.

Für den Weg in die Wüste werden wir einer Gruppe spanischer Touristen angeschlossen und weil die bereits abrittbereit ist, werden wir in windeseile auf die Kamele gescheucht. Gemächlich traben die Tiere in die Sahara, während wir uns im Schaukeln mit Sonnenschutz eincremen und eine Kopfbedeckung aus dem Rucksack ziehen. Die Dünen sind fantastisch, die Farben wunderschön.
Wir machen nach ca. 40 Min. halt und klettern auf eine Düne um auf den Sonnenuntergang zu warten – über eine Stunde! Da hätten wir uns nicht so hetzen brauchen. Egal, die Aussicht und der warme Sand sind ja schön. Allerdings löst sich die Sonne einfach auf, einen Untergang gibt es keinen.
Wir reiten ca. 10 min weiter und sind verwundert, da wir bald das Ende der Dünenlandschaft sehen. Hinter den jeweils letzten/vorletzten Mini-Dünen liegen ca. 30 Zeltcamps recht nah beieinander und Parkplätze sind auch nicht weit. Unser Camp liegt wenigstens in einer (mit Kameldreck zugeschissenen) Mulde, sodass man sich einbilden könnte, man wäre mitten in der Wüste.

Ansonsten macht unser Camp einen guten Eindruck (Zelt ist klasse) und unsere Koffer stehen auch schon bereit. Mit uns ist nur noch ein italienisches Paar vor Ort und wir sitzen zusammen beim Abendessen. Im 10 Minuten Takt werden verschieden Teller serviert. Das Essen ist gut, fühlt sich aber sehr nach Abfertigung an. Inzwischen ist auch der aufdringliche Berber im Camp eingetroffen und zusammen mit dem Kellner und einem weiteren Angestellten wird im Restaurantzelt getrommelt. Eigentlich passiert das am Lagerfeuer, aber dafür passt das Wetter nicht. Der Wind haut uns nämlich ordentlich die Zeltplanen um die Ohren und als wir nach dem Programm auf eine Düne steigen, um in die Sterne zu kucken, ist der Sand im Gesicht und in den Augen nicht auszuhalten. Der Sternenhimmel sieht aber sowieso nicht viel anders aus als Zuhause, etwas heller vielleicht. Auch die Lichtquellen der unzähligen Camps stören.
Im geflatter der Zeltplanen schlafen wir ein und werden um 6 Uhr zum Sonnenaufgang geweckt. Da vor uns aber nur noch eine winzige Düne ist und die Sonne weit entfernt über dem flachen Land aufgeht, ist das einfach nur langweilig. Nach einem mittelmäßigen Frühstück geht’s per Jeep zurück. Nichts an der Tour war so, wie wir es gehofft hatten. Hätte nur noch gefehlt, dass kein Sand da gewesen wäre.

Haken dran, wir steigen ins Auto und fahren ins Draa Tal.

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