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Aklimatisieren in Quito

Bereits um halb vier klingelt uns der Wecker aus dem Bett und ein verwirrt, verschlafener Kater kuckt etwas seltsam aus der Wäsche: ein derart frühes Treiben ist er von uns nicht gewohnt. Leider vergehen die kommenden 19 Stunden Reisezeit nicht ganz wie im Flug, aber wir freuen uns sehr auf die erste Fernreise seit 2019.

Ecuardors Hauptstadt Quito erwartet uns auf 2.850 Meter Höhe und hat eine bemerkenswert hübsche Altstadt. Um die Highlights kennen zu lernen buchen wir für den ersten Nachmittag eine Food Tour (englisch), in der Essen und Eintrittsgelder enthalten sind. 10 Minuten vor Start erreicht uns eine Nachricht: die gebuchte Tour sei doch nur auf spanisch aber es gibt eine andere Tour mit gleichem Programm, die uns „mitnimmt“. Wir schliessen uns am Treffpunkt einer Gruppe von 20 Leuten an, die schon seit 30 Minuten unterwegs ist. Der Guide ist super nett, die Tour ist gut – aber schnell stellen wir fest, dass wir nirgendwo reingehen und es nichts zu Essen gibt. Von anderen Teilnehmern erfahren wir, dass es sich um eine Free Walking Tour handelt. Man nimmt hier grundsätzlich kostenlos teil (Eintritte etc. sind natürlich nicht enthalten) und bezahlt den Guide am Ende nach eigenem Ermessen. Für uns, die für Eintritt und Tasting bezahlt haben ist das eher schlecht. Dennoch bleiben wir und sehen in den nächsten 2 Stunden tolle, historischen Ecken und Aussichtspunkte der Stadt. Wir korrespondieren mit dem ursprünglichen Veranstalter und hoffen, dass wir unser Geld zurückbekommen.

Bereits um 6 Uhr sind wir hellwach. Das liegt zum einen an der Zeitumstellung aber auch an unserem Hostel, dass an einer sehr belebten Kreuzung liegt. Der Verkehrslärm und das Gehupe sind heftig. Zwischen 24:00 – 05:00 ist aber zum Glück nix los. Unter dem Strich ist unser Hostel wirklich ok, was auch am – für ecuadorianische Verhältnisse – hervorragendem Frühstück liegt: Es gibt Croissants, Obst, Omelett und frischen Saft. Punkt 8 Uhr sitzen wir bereit!

Unser zweiter Tag ist vollgepackt mit Programm: Erst besteigen wir die Türme der Basilika Sagrado Corazon, einer sehr imposanten Kirche. Dann düsen wir per Uber zur Seilbahnstation Teleferiqo und fahren auf den Hausberg Ruco Pichincha auf 4.200 Meter. Hier oben gibt es ein paar Aussichtsplattformen, eine nette Schaukel und eine leckere, heiße Schokolade. Obwohl es gar nicht so kalt ist wie befürchtet: Die Sonne scheint etwas durch die Wolken und eine Jacke ist wider Erwarten gar nicht nötig. Taxi bzw. Uber fahren ist in Ecuador sehr günstig und so buchen wir auch für unser nächstes Ziel, Mitad del Mundo, einen Fahrer. Knapp 1h Fahrzeit kosten 11 USD. Die hätten wir uns allerdings sparen können. Mitad del Mundo kennzeichnet die Äquatorlinie und man kann hier mit zwei Füßen gleichzeitig auf der Süd- und Nordhalbkugel stehen. Dass die Linie nicht richtig gezogen ist, sondern sich der Äquator ca. 200 Meter abseits befindet war bekannt. Aber entgegen der positiven Bewertungen und Berichte gibt es in diesem riesigen Areal nichts Sehenswertes. Keine interessanten Ausstellungen/Museen, nur Souvenirshops, und langweiliges Zeugs.

Nach zwei Tagen Sightseeing werden wir Quito morgen per Mietwagen verlassen. Die historische Altstadt ist enorm schön und es gibt viel zu entdecken. Grundsätzlich ist Quito aber auch eine sehr bergige, brutal zugebaute, nach Abgasen stinkende und von Hunden zugekackte Stadt. Die Ausmaße dieser 2 Mi. Einwohner Stadt haben wir zuvor noch nirgendwo gesehen.

Die Höhe macht uns übrigens nicht aus, auch auf 4.000 Metern nicht. Lediglich beim bergauf laufen merkt man, dass einem früh die Puste ausgeht.

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